Internet-Nachsorge

Eine Variante der Nachbetreuung besteht darin, mit den Patienten seitens der Klinik weiterhin Kontakt zu halten. Da die Patienten aus ganz Deutschland zugewiesen werden, bietet sich ein weiterer Kontakt über das Internet an. In einer Studie wurden Patienten einer psychosomatischen Rehabilitationsklinik bei Entlassung eingeladen, an einem Patientenforum im Internet teilzunehmen. Es nahmen etwa 8% der Patienten dieses Angebot an, was etwa den üblichen Teilnahmeraten an Selbsthilfegruppen vor Ort entspricht. Ein Drittel der Teilnehmer schrieb auch eigene Beiträge. Die Patienten nahmen im Durchschnitt etwa zwei Monate an dem Forum teil. Die Inhalte der Beiträge wurden inhaltsanalytisch ausgewertet. Die aktiven Teilnehmer schrieben in dem reinen Selbsthilfeforum im Durchschnitt 7 (sd 10) und in dem therapeutisch angeleiteten Forum 15 (sd 26) Kommentare. Die meisten Kommentare bezogen sich auf gesundheitliche Fragen, während allgemeine Themen selten waren. Die Kommentare waren in beiden Gruppen zumeist konstruktiv und positiv oder zumindest neutral im Ton. Dennoch kam es in beiden Foren auch zu destruktiven Äußerungen. Die Ergebnisse zeigen, dass solche Internetforen keinen flüssigen, verstetigten und anhaltenden Kontakt zwischen den Patienten oder mit der Klinik ermöglichen. Internetforen bergen auch die Gefahr von Cyberbullying, was selbst durch eine therapeutische Begleitung nicht verhindert werden kann.

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