Vollstationäre und teilstationäre psychosomatische Rehabilitation im Vergleich

Es wurde untersucht, warum Patienten in eine voll- bzw. teilstationäre Behandlung kommen, wie sie das unterschiedliche therapeutische Milieu erleben und wie sich dies auf das soziale Netz auswirkt. Es wurden Patienten beider Behandlungsformen miteinander verglichen. Es fand sich, dass die teilstationär zugewiesenen Patienten sozialmedizinisch eher problematischer sind und einer verstärkten therapeutischen Zuwendung bedürfen. Sie sind häufiger arbeitsunfähig bei Aufnahme, haben häufiger einen Rentenwunsch und kommen häufiger "unfreiwillig", d.h. auf Initiative des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen oder der Rentenversicherung. Sowohl die teilstationären als auch die vollstationär-wohnortnahen und vollstationär-wohnortfernen Patienten verbessern sich im Laufe der Behandlung signifikant. Vergleicht man im Ausgangsniveau gleiche Patientengruppen, dann ergeben sich unter beiden Behandlungsformen ähnliche Symptomverbesserungen. Voll- und teilstationäre Patienten wurden ein halbes Jahr nach Entlassung nachbefragt. Ähnlich wie zum Abschluss der Rehabilitation ergaben sich auch bei der Nachbefragung 6 Monate nach dem Aufenthalt keine signifikanten Unterschiede in der Einschätzung der teil- und vollstationären Patienten. Setzt man jedoch die Beurteilungen zum Ende des Aufenthalts mit denen bei der Nachbefragung in Beziehung, dann zeigte sich, dass die teilstationären Patienten signifikant stärker zum Ausdruck brachten, dass durch die Rehabilitationsmaßnahme das Behandlungsziel, wegen dessen sie in die Rehabilitation kamen, erreicht wurde. Bei den vollstationären Patienten sank die Zustimmung zu dieser Einschätzung eher etwas ab, wobei sich das Niveau beider Gruppen sechs Monate nach Entlassung nicht mehr unterschied.

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