Bibliotherapie

Eine zeit- und kostenökonomische Alternative der Patientenschulung ist die „Bibliotherapie“, d.h. der Einsatz von schriftlichen Materialien zur Patientenschulung. Zur Unterstützung der Patientenedukation im Rahmen der Verhaltenstherapie wurden Broschüren erstellt, zu den Themen Phobien und Exposition (Broschürentitel: Standhalten oder Flüchten – was sind Phobien? 15-seitig), Bewältigung inneren Angsterlebens (Broschürentitel: Was ist Panik? 9-seitig), Abbau körperbezogener Ängste (Broschürentitel: Angst vor Krankheit? 13-seitig), Krankheitsbewältigung (Broschürentitel: Bedrohung durch Krankheit, 9-seitig), Kognitionen und Erleben (Broschürentitel: Gedanken und Gefühle, 10-seitig) und Bewältigung kritischer Lebensereignisse (Broschürentitel: Bewältigung von Lebenskrisen, 10-seitig). Es wurde die Lesbarkeit und Verständlichkeit der Texte u.a. mittels der „Flesch-Reading-Ease-Formel“ gemessen. Die Therapeuten hatten die Möglichkeit nach klinischem Ermessen Inhalt und Zeitpunkt zu wählen, an dem sie die Broschüren an Patienten aushändigten. Die Patienten, die Broschüren erhalten hatten, zeigten danach ein besseres Krankheitsverständnis und beurteilten die schriftliche Zusatzinformation positiv. Etwa die Hälfte der einschlägigen Patienten sprach anschließend auch mit dem Therapeuten über das, was sie gelesen hatten. Bei Betrachtung des Therapieergebnisses zeigte sich jedoch in den Indikatoren der Therapeut-Patient-Beziehung wie des Therapieergebnisses, dass die Gruppe der informierten Patienten eher schlechter abschnitten, als die Kontrollgruppe. Die Daten legen nahe, dass Information zu Irritationen und damit sogar zu einem negativen Therapieverlauf führen kann.

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